Kann ein Suffkopf kreativ schreiben?
Führen Bier, Wein, Whisky oder Korn die Schreibhand des Schriftstellers? Inspiriert Sekt das Autorenhirn? Braucht Kreativität Promille? Sind Romane an zu vielen Cocktails gescheitert?
Fragen über Fragen für einen amüsanten Leseabend.
Der Verleger Michael Krüger muss es wissen. In seinem Buch „Literatur und Alkohol“ analysiert er trocken: „Wer schreibt, trinkt auch. Ein Alkoholnebel liegt über der Weltliteratur.“ Goethe hatte immer genug Weinvorrat im Keller. Er zählt zu den „Lusttrinkern“ wie Dürrenmatt, Zuckmayer, Walser und Heinrich Heine. Dann gibt es die irischen Autoren Joyce oder Beckett zum Beispiel. Kein Wunder, dass sie zur Flasche greifen, weil sich über Irland ständig Regenwolken sammeln und die Stimmung verdüstern.
Charles Bukowski oder Edgar Allan Poe, Vertreter der amerikanischen Literatur sind auch Permanent-Trinker. Krimiautoren lieben scharfe Getränke, Georges Simenon oder Jörg Fauser waren dem Alkohol zugetan. Auch die verzweifelten Autoren wie Fallada, E.T.A. Hoffmann oder Uwe Johnson schrieben ihre Werke keineswegs „trocken“. Das umfängliche Werk der amerikanischen Thriller-Autorin Patricia Highsmith wäre ohne Mixgetränke niemals zustande gekommen. Auch Lyriker wie Bachmann, Benjamin oder Jandl mochten den Rausch oder Drogen.
Im Freilichtmuseum Finsterau präsentieren die beiden Autoren Norbert Schreiber und Norbert Lewandowski zum LiteraturFreitag am 20. März 2026, 18.30 Uhr, Werke, die im Suff, im Alkoholnebel mit Rauchen oder Drogen oder nur mit einem Schlückchen Alkohol als Animation zustande gekommen sind.
Es handelt sich nicht nur um einen reinen Leseabend, sondern um eine Multimedia-Präsentation mit Originaltönen und Videofilmen zum Thema und Musik.
Norbert Schreiber arbeitet seit mehr als 55 Jahren als Journalist und Autor. Für die ARD war er als Korrespondent, Redakteur, Moderator und Reporter in den Programmbereichen Politik, Zeitgeschehen und Kultur tätig. Er veröffentlichte zwölf Bücher zu den Themen Demokratie, Europa, Russland und Tschechien.
Norbert Lewandowski lebt und arbeitet als Journalist und Reiseschriftsteller in München. Der Theodor-Wolff-Preisträger ist Herausgeber der Reihe Merian porträts, hat mehrere Reiseführer verfasst, das Haus Wittelsbach und König Ludwig II porträtiert sowie Bücher über Wein, insbesondere die größten Rieslinge der Welt geschrieben.
Es musiziert und rezitiert Karl-Heinz Reimeier.
Freilichtmuseum Finsterau in Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus DichterWald e.V.
Foto: Sylvia Heinrich